Verdauungsprobleme Wechseljahre

Verdauungsprobleme in den Wechseljahren

Die Wechseljahre bringen viele Veränderungen im weiblichen Hormonhaushalt und das kann den Körper sehr aus dem Gleichgewicht bringen. Über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren treten alle möglichen Symptome und Beschwerden auf unter denen Frau oft sehr leidet. Das bekannteste von ihnen sind die berüchtigten Hitzewallungen, doch leiden Frauen in dieser Zeit oft noch mehr unter den weniger bekannten und daher ganz unerwartet auftretenden Symptomen. So kann es zum Beispiel zu Stimmungsschwankungen bis hin zu einer schweren Depression kommen. Es können Angstzustände und Panikattacken sowie Schlafstörungen auftreten. Ein ganz besonders unangenehmes Symptom der Wechseljahre sind Verdauungsstörungen.

Was passiert eigentlich in den Wechseljahren?

Die Wechseljahre sind das Zuendegehen der fruchtbaren Phase im Leben einer Frau, also das Gegenteil der Pubertät. Wie auch die Pubertät bringen sie große Veränderungen im Hormonhaushalt des Körpers. So lässt die Produktion der Geschlechtshormone, vor allem der Östrogene, mehr und mehr nach. Unglücklicherweise geschieht das nicht gleichzeitig und ausbalanciert, sodass immer wieder plötzlich zu wenig von einem Hormon da ist, das eigentlich im Gleichgewicht mit einem oder gar mehreren anderen stehen sollte. Der Körper reagiert indem er versucht das durch die vermehrte Produktion anderer Hormone zu kompensieren und erzeugt alle möglichen unerwarteten Nebenwirkungen.

Verdauungsprobleme in den Wechseljahren

Eine der Aufgaben der Östrogene im weiblichen Hormonhaushalt ist die Kontrolle der Produktion eines anderen Hormons, des Cortisols. Cortisol ist ein Stresshormon. Wenn wir in Gefahr oder unter starker Belastung stehen bewirkt es die Ausschüttung von Adrenalin um unsere Leistung und Aufmerksamkeit kurzfristig zu steigern. Das Adrenalin richtet unseren Körper ganz auf körperliche Aktivität aus.

Der sogenannte Sympathikus, der Aktivität fördernde Teil des Nervensystems, wird aktiv und sein Gegenspieler, der entspannende Parasympathikus, tritt in den Hintergrund. Der Parasympathikus ist aber für die Förderung der Verdauung und der Darmtätigkeit zuständig. Durch die mangelnde Darmtätigkeit kommt es zu Verdauungsproblemen wie Blähungen, Völlegefühl und Verstopfung. Die ebenfalls von Cortisol und Adrenalin ausgelöste Nervosität führt zu Durchfällen. Es kommt zu Gewichtszunahme und Bauchschmerzen.

Der Beitrag von Medikamenten zu Verdauungsproblemen in den Wechseljahren

Aufgrund der anderen unangenehmen Begleiterscheinungen des Wechsels nehmen Frauen in den Wechseljahren häufig Medikamente ein. So werden ihnen gegen die Depressionen und Stimmungsschwankungen Antidepressiva verschrieben. Die Angstzustände werden mit Beruhigungsmitteln behandelt und oft kommen noch Medikamente gegen andere Beschwerden hinzu. Sie alle belasten den Magen und Darm zusätzlich und tragen zur Verstärkung der Verdauungsprobleme in den Wechseljahren bei. Dennoch ist es meistens nicht sinnvoll ein ärztlich verschriebenes Medikament deswegen abzusetzen.

Nebenwirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln

Viele Frauen greifen in den Wechseljahren auch auf Nahrungsergänzungsmittel zurück, um ihre Wechselsymptome zu bekämpfen. So können von den verwirrten Wechselhormonen verursachte Hautprobleme zum Beispiel mit Zinkmangel verwechselt werden. Ermüdungszustände werden auf Vitaminmangel zurückgeführt und eifrig Vitaminpräparate eingenommen.

Die Einnahme von Magnesium hilft bei Stress und mildert die Angstzustände und Depressionen. Viele Nahrungsergänzungsmittel haben aber bei Überdosierung negative Auswirkungen auf die Verdauung. Überschüssiges Magnesium führt zum Beispiel zu weichem Stuhl und fördert so die Entstehung von Durchfall. Hier empfiehlt es sich mit dem Arzt abzuklären welche Präparate Sie tatsächlich brauchen und ob die Dosis stimmt.

Was Ihr Körper jetzt braucht

Statt nun noch weitere Medikamente einzunehmen sollten Sie ihren Darm lieber auf natürliche Weise unterstützen. Die richtige Ernährung kann einen großen Beitrag zur guten Darmfunktion auch in den Wechseljahren leisten. Umso älter wir werden umso weniger Energie aber umso mehr Nährstoffe braucht unser Körper.

Das bedeutet, dass wir uns besser ernähren können wenn wir vermehrt Produkte essen die viele Nährstoffe enthalten und nährstoffarme Mahlzeiten vermeiden. Lebensmittel sind umso nährstoffreicher umso weniger stark sie verarbeitet sind. Daher sollten Sie hoch verarbeitete Fertiggerichte vermeiden. Auch Süßigkeiten sind meist fast reine Energielieferanten die Ihrer Verdauung nicht gut tun.

Nahrungsmittel die den Darm in Schwung bringen

Unterstützen Sie Ihren Darm indem Sie das Stuhlgewicht durch Ballaststoffe erhöhen. Ballaststoffreiche Nahrungsmittel sind vor allem Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse, aber auch Trockenfrüchte wie Datteln und Feigen. Ebenfalls gut für die Förderung der Darmtätigkeit ist Milchsäure.

Diese finden Sie nicht nur in Milchprodukten wie vor allem Sauermilch, sondern auch in Sauerkraut und kohlensäurehaltigen Getränken. Bei letzteren ist Mineralwasser allerdings den stark gesüßten Limonaden vorzuziehen. Der Zucker ist schädlich für einen angeschlagenen Magen. Auch probiotische Milchprodukte wirken verdauungsfördernd. Schokolade, Bananen und Weißmehlprodukte sollten Sie hingegen meiden da sie stopfend wirken und Ihre Beschwerden so verstärken können.

Hilfreiche Kräuter und Naturheilmittel

Zusätzlich kann auch die Einnahme verschiedener Naturheilmittel oder auch entsprechender Nahrungsergänzungsmittel hilfreich sein. Achten Sie bei der Auswahl der Kräuter und auch von Kräutertees, die Sie in dieser Zeit trinken, auf Ihre Symptome und die jeweiligen Wirkungen. Bei Völlegefühl, Blähungen und Verdauungsstörungen mit Bauchschmerzen helfen besonders Bitterstoffe. Diese können Sie zum Beispiel mit einem schmackhaften Löwenzahnsalat, als Boldotee oder in der Form von Artischocken zu sich nehmen. Wenn Sie unter Verstopfung leiden helfen Ihnen hingegen Leinsamen, Sennesblätter und Faulbaumrinde.

Was Sie sonst noch tun können

Essen sie öfter aber dafür weniger auf einmal. Das macht es nicht nur für Ihren Magen leichter, sondern verhindert auch einen starken Blutzuckerabfall zwischen den Mahlzeiten welcher Ihre Hitzewallungen oder Schweißausbrüche verstärken kann. Essen Sie langsam und in Ruhe und kauen Sie gründlich. Das entspannt und verringert so den Stress und sorgt dafür, dass die Nahrung gut vorzerkleinert ist wenn sie im Magen ankommt. Bei zu hastigem Essen schluckt man meistens Luft mit die dann zu verstärkten Blähungen führt. Trinken Sie viel.

Flüssigkeit ist für die Verdauung sehr wichtig und tut Ihrem Körper auch sonst gut. Die gesündesten Getränke sind Wasser und ungezuckerter Tee, am besten aus Kräutern deren Wirkung auf Ihre Verdauungsbeschwerden abgestimmt ist. Machen Sie nach dem Essen einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Auch das entspannt und regt gleichzeitig Ihren Darm an. Bei unregelmäßigem Stuhlgang ist es sinnvoll Ihrem Darm regelmäßige Zeiten anzugewöhnen. Setzen Sie sich in der Früh für etwa zehn Minuten auf die Toilette auch wenn Sie gerade nicht können. Ihr Körper wird sich mit der Zeit daran gewöhnen.

Wenn das alles nicht ausreicht

Wenn diese Maßnahmen keine ausreichende Verbesserung bringen oder Sie sich nicht sicher sind ob Ihre Verdauungsbeschwerden wirklich durch Ihre Wechseljahre verursacht sind, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Er kann andere Ursachen abklären oder Ihnen verdauungsfördernde Medikamente verschreiben.

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