mundtrockenheit

Ein trockener Mund kann nicht nur sehr unangenehm und in vielen Situationen einschränkend sein, sondern bei Nichtbehandlung chronisch und zum Auslöser einiger schwerwiegender Krankheiten werden. Aber welche Ursachen kann die Mundtrockenheit, auch Xerostomie genannt, haben? Worauf sollte man beim Auftreten bestimmter Symptome achten, was sollte man vermeiden und wann ist der Gang zum Arzt einer eigenständigen Behandlung unbedingt vorzuziehen? Hier ein Überblick.

Ursachen und Entstehung von Mundtrockenheit

Ein trockener Mund, eine belegte Zunge und ein klebender Gaumen sind typische Symptome, die auf eine geringe Aktivität der Speicheldrüsen in unserem Mund zurückzuführen sind. Wer akut an diesen Symptomen leidet, sollte zunächst nicht in Panik verfallen. Das Überprüfen der Flüssigkeitszufuhr gibt oftmals bereits Aufschluss und lässt sich leicht anpassen. Besonders mit steigendem Alter benötigt der Körper ausreichend Flüssigkeit, um alle Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Auch trockene Heizungsluft kann sich besonders in den Wintermonaten auf die Schleimhäute auswirken und einen trockenen Mund verursachen. Genauso sind Stresssituationen, zum Beispiel Lampenfieber, bekannte Auslöser, bei denen es passieren kann, dass der Körper nicht so mitmacht, wie wir es uns wünschen.

Wichtige Abläufe – in diesem Falle die Verdauung und der damit verbundene Speichelfluss – werden herunterschraubt, um die Aufmerksamkeit aller Sinne und Fähigkeiten der vermeintlichen Gefahrensituation zu widmen. Die unangenehme Situation ist evolutionär betrachtet also durchaus sinnvoll. Bei unregelmäßigem Auftreten unter natürlichen, eindeutigen Umständen ist die Mundtrockenheit also unbedenklich und eigenständig in den Griff zu kriegen.

Die Xerostomie kann jedoch auch durch andere Ursachen, zum Beispiel als Begleiterscheinung von systemischen Krankheiten oder durch Medikamente, ausgelöst werden. So ist sie beispielsweise oft als Nebenwirkung bestimmter Arzneimittel, die das vegetative Nervensystem beeinflussen, deklariert. Auch verstärkte Mundatmung sollte bei chronischem Auftreten, beispielsweise durch das Schnarchen, von einem Arzt überprüft werden, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Bei unklaren Ursachen und heftigem oder lang anhaltendem Verweilen der Mundtrockenheit sollte stets ein Arzt aufgesucht werden; es könnte sich um eine Autoimmun- oder Stoffwechselerkrankung handeln.

Symptome und Behandlung von Mundtrockenheit

Halsschmerzen, Schwierigkeiten beim Sprechen, Probleme bei der Mundhygiene und Wunden im und am Mund sind die häufigsten Begleiterscheinungen bei Mundtrockenheit. Diese können sehr unangenehm sein und erscheinen oft nicht nur einzeln, sondern treten je nach Schweregrad und Fortschritt der Mundtrockenheit, gleichzeitig auf. Auch der Verlust vom Geschmackssinn und weitere typische Erkältungssymptome, wie trockene Nasengänge, zählen zu symptomatischen Begleiterscheinungen.
Akute Beschwerden, die auf eine natürliche Ursache zurückzuführen sind, sind oftmals harmlos und können durch einfache Mittel selbst behandelt werden. Auch das Vermeiden einiger Angewohnheiten kann zur schnellen Genesung beitragen. Folgende Tipps, Tricks und Hausmittel erweisen sich dabei als besonders hilfreich:

  • Flüssigkeitsaufnahme erhöhen
    Wenn zu wenig Wasser die Ursache des Problems ist, ist Wasseraufnahme die Lösung. Mindestens 1,5 Liter Wasser sollte eine erwachsene Person am Tag trinken. Auch ungesüßte Früchtetees eignen sich, um den Mund feucht zu halten und den Speichelfluss anzuregen.
  • Geschmacksnerven anregen
    Eine Scheibe Zitrone auf die Zunge oder etwas Cayenne-Pfeffer an das Zahnfleisch reiben: Das Stimulieren der Geschmacksnerven regt in unserem Körper den Speichelfluss auf natürliche Weise an. Die Zitrone verleiht dabei einen frischen Atem und wirkt antibakteriell gegen mögliche Krankheitserreger. Aber Vorsicht: diese Methode sollte in Maßen angewandt werden, um die Mundflora zu schützen.
  • Verzicht üben
    Dass trockenes Brot nicht zum Speichelfluss beiträgt, erscheint logisch. Genauso sollte jedoch weitestgehend auf besonders saure, würzige und zuckerhaltige Nahrung verzichtet werden, da sie Zähne und Zahnfleisch angreifen kann. Auch auf Koffein und Nikotin sollte verzichtet werden, da beides austrocknend auf die Mundschleimhäute wirkt.
  • Mundhygiene
    Nicht allein die Zitrone, sondern vor allem das regelmäßige Zähneputzen ist wichtig, um die Bildung krankheitserregender Bakterien zu stoppen. Es verhindert, dass Säure, Schärfe und Zucker die Zähne angreifen und zu Kariesbildung führen kann.
  • Luftfeuchtigkeit beachten
    Heizungsluft kann auf Schleimhäute und Speicheldrüsen austrocknend wirken. Es sollte daher auf eine ausreichende Durchlüftung geachtet und gegebenenfalls ein Luftbefeuchter angeschafft werden. Auch eine Wasserschale auf der Heizung kann schnelle Abhilfe schaffen.

Ursachen herausfinden, Angewohnheiten ändern

Sollte die Mundtrockenheit auf verstärkte Mundatmung zurückzuführen sein, sollte auf eine entsprechende Umstellung geachtet werden, bei der auch logopädische Unterstützung helfen kann. Auch wenn die Ursache bei der Einnahme bestimmter Medikamente liegt, muss ein Arzt für die entsprechende Beratung und den Wechsel herangezogen werden. Des Weiteren ist er der richtige Ansprechpartner für Rauchbeschwerden und Suchtberatung.

Wie im letzten Punkt bereits beschrieben, ist der Weg zum Arzt oft ratsam und sinnvoll. Insbesondere wenn sich die Mundtrockenheit mit weiteren Symptomen auf andere Körperregionen auswirkt, Sie sich akut sehr schlecht fühlen, oder die Symptome über einen längeren Zeitraum anhalten, sollte eine entsprechende Fachperson aufgesucht werden. Diese wird nach eingehender Anamnese alle standardmäßigen körperlichen Untersuchungen anstellen und möglicherweise Blut- und Urinproben nehmen oder einen Ultraschall der Speicheldrüsen veranlassen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass akut auftretende Mundtrockenheit meist nachvollziehbare Ursachen hat und durch Angewohnheiten wie die ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Berücksichtigung der Luftfeuchtigkeit eigenständig in den Griff zu bekommen ist. Sollten Sie sich der Ursachen nicht sicher sein oder die Symptome sehr heftig ausfallen, ist der Rat eines Arztes allerdings immer vorzuziehen und ernst zu nehmen.

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