Lymphödem
Ein Lymphödem ist ein Krankheitsbild, welches mit starken Wassereinlagerungen einhergeht. Im Vergleich vermehren sich beim „Lipödem“ die Fettzellen krankhaft. Wer unter einem Lymphödem leidet, hat dicke Beine, geschwollene Füße und die Hose wird über den Tag immer enger: der Grund dafür ist ein Lymphstau. Das Lymphsystem funktioniert hier nicht mehr gut und dadurch bleiben die Gewebeflüssigkeit und die Eiweiße zwischen den Zellenräumen einfach liegen. Das begünstigt ein Anschwellen der Gliedmaßen und ein Lymphstau entsteht.

Wer diesen Lymphstau nicht behandeln lässt, läuft Gefahr, Gewebeschäden, eine Wundrose, ein offenes Bein und andere Entzündungen zu bekommen. Unsere Lymphgefäße sind wie ein Netz in unserem Körper und sie helfen beispielsweise, die Stoffwechselprodukte zu transportieren. Wenn sich die Lymphflüssigkeit staut (in Armen bzw. Beinen), liegt ein Lymphödem vor. Das Anschwellen in Armen bzw. Beinen nennt man „Ödem“. Doch die gute Nachricht ist, dass der Alltag dennoch normal gestaltet werden kann bei der richtigen Therapie und einer guten Einstellung. Das Lymphödem kann dadurch konstant gehalten und sogar reduziert werden.

Die Rolle des Lymphsystems

Das Lymphsystem erfüllt sehr wichtige Aufgaben in unserem Körper und ist an unser Herz-Kreislauf-System angeschlossen. Es stellt einen Teil unseres Immunsystems dar und spielt eine wichtige Rolle in unserem Organismus. Es überzieht den Körper mit Gefäßen, welche wichtig sind für den „Abtransport“ der Abfallprodukte. Unsere Lymphe (das ist eine milchige Flüssigkeit) besteht aus: Gucose, Natriumionen, Phosphorionen, Calciumionen, Kaliumionen, Harnstoff, Kretin, Enzymen sowie Fibriogen (Blutgerinnung). Diese Lymphe sind wichtig, um alles, was zwischen den Körperzellen ist zu sammeln und die Abfälle abzutransportieren (abgestorbene Zellen, Eiweiß, Nährstoffe). Diese Dinge werden an eine Stelle im Brustkorb transportiert und kommen dann über die Venen in unseren Blutkreislauf. Dann geht dieses Blut durch unserer Nieren und wird dort gereinigt und alle Abfallprodukte werden ausgeschieden. Das komplette Lymphsystem ist sozusagen die „Stoffwechselautobahn“ in unserem Organismus und trägt dazu bei, dass der Körper jeden Tag funktioniert.

Die Symptome des Lymphödems

Wer an einem Lymphödem leidet, hat vielfältige Symptome. Dazu zählen tastbare Flüssigkeitsansammlungen, die auch äußerlich sichtbar sind und ein Rückstau im Zwischenzellraum. Dann Schwellungen an den Beinen und Armen, an den Fuß- und Handrücken, manchmal auch am Hals, im Rumpf oder in den Genitalien. Im Gegensatz zu anderen Ödemen ist hier das Gewebe nicht „eindrückbar“. Das liegt an dem hohen Proteingehalt der Lymphe. Ein weiteres Symptom ist das sogenannte „Stemmer’sche Zeichen“, hier lässt sich die Hautfalte am Zeh (dem zweiten oder dritten) dann nicht mehr anheben und an den Gelenken bestehen vertiefte Hautfalten. Außerdem ist die Haut eher prall.

Die Formen von Lymphödemen

Zwei Arten von Lymphödemen gibt es, das primäre Lymphödem und das sekundäre Lymphödem. Das primäre Lymphöden ist angeboren und die Ursache ist meist, dass weder die Lymphknoten noch die Lymphbahnen gut ausgebildet sind. Außerdem können das „Parkers-Weber-Syndrom“ und das „Klippel-Trénaunay-Syndrom“ ein Lymphödem begünstigen. Es ist wichtig, dass man diese beiden Syndrome richtig abgrenzt, da sich die Therapien auch unterscheiden. Während bei dem „Pares-Weber-Syndrom“ chirurgische Eingriffe nötig sind (Embolisation) helfen bei dem “ Klippel-Trénaunay-Syndrom“ herkömmliche konservative Behandlungsformen.

Beim sekundären Lymphödem tritt erst im Laufe eines Lebens auf und ist nicht angeboren. Ursache für ein sekundäres Lymphödem können Infektionen, Operationen oder auch Verletzungen sein. Auch nach Brustkrebsoperationen kann durch das Entfernen gewisser Lymphknoten (axilläre Lymphknoten) oder der Strahlentherapie an und für sich in etwa 30 % ein Lymphödem entstehen. Das sekundäre Lymphöden gliedert sich außerdem in vier Stadien: Stadium 0 bis Stadium 4.

Es ist wichtig für die Patienten zu wissen, dass die moderne „Lymphödem Therapie“ effiziente Behandlungsmöglichkeiten für alle Stadien hat und somit Schmerzen lindern kann und den Patienten mehr Lebensfreude und Mobilität schenken kann.

Die Behandlung des Lymphödems

Es gibt insgesamt zwei Phasen der Behandlung beim Lymphödem und es dauert meistens einige Monate, bis diese durchgeführt sind. Die Behandlung unternimmt der Arzt bzw. Therapeut. Die Behandlung wird von der Krankenkasse erstattet. Die erste Phase ist die „Entstauungsphase“. Dafür werden die jeweiligen Stellen erst auf eventuelle Hauterkrankungen behandelt bzw. gereinigt, weil ansonsten die Entzündungsherde ins Lymphsystem vordringen und dieses schädigen könnten. Dann finden ein oder zweimal am Tag für insgesamt bis u sechs Wochen eine „Lymphdrainage“ statt. Dabei wird der Abtransport des angesammelten Wassers im Ödem gefördert. Zuletzt bekommt der Patient einen Kompressionsverband (Bandagen). Wenn er diesen Verband nicht hätte, würden die jeweiligen Gliedmaßen bereits in den nächsten zwei Stunden erneut anschwellen.

Die zweite Phase ist die „Erhaltungsphase“ in der versucht wird, die Krankheit möglichst einzudämmen. Besondere Hygiene und eine kontinuierliche Lymphdrainage und die anschließende Kompression sind hier wichtig. Dazu gehört auch viel Bewegung. Im Sommer sollte die Lymphdrainage zweimal in der Woche stattfinden im Winter einmal die Woche.

Wichtige Tipps für den Alltag für Betroffene

Wer ein Lymphödem hat, sollte im Alltag gewisse Dinge beachten, damit er sich mit der Erkrankung wohler fühlt. Bequeme Kleidung ist ein Muss bei Menschen mit einem Lymphödem. Die Kleidung sollte auf keinen Fall einschnüren. Des Weiteren sollte die Haut sehr gepflegt und gründlich gereinigt werden. Zur Reinigung müssen pH-neutrale Mittel verwendet werden. Eine Gewichtskontrolle ist besonders bei einem Lymphödem wichtig, denn wer zu viel „auf den Hüften“ trägt, riskiert eine Thrombose etc. Daher gilt es, Gewicht zu reduzieren. Eine Entstauung muss regelmäßig durch die Lymphdrainage beim Physiotherapeuten durchgeführt werden. Prophylaktisch sollte man sich im Haushalt vor Nagelverletzungen oder Hautverletzungen schützen. Eine allgemeine Stressvermeidung ist zu empfehlen. Dazu gehört auch extreme Kälte, die die Gefäße verengt. Auch von gefäßerweiternden Dinge wie ausgiebigen Sonnenbädern oder der regelmäßigen Saunabesuchen sowie sehr warme Wannenbädern ist abzuraten. Knetende Massagen sind nicht zu empfehlen, jedoch hat die professionelle Lymphdrainage einen positiven Effekt auf das Lymphsystem. Außerdem ist beim Sport und bei Bewegung das Tragen von Kompressionsstrümpfen wichtig.

Fazit

Ein Lymphödem ist nicht ganz heilbar, jedoch kann man mit der richtigen Therapie und einem Facharzt die Symptome gut in „Schach halten“. Der „Facharzt für Lymphologie“ ist der Arzt der Wahl bei dieser Erkrankung. Auch der „Phlebologe“ ist der richtige Facharzt, der das Lymphödem behandelt. Der Hausarzt überweist den Betroffenen zum Lymphologen bzw. Phlebologen. Das Lymphöden verändert das Leben und wird für die Betroffenen zum ständigen Begleiter und zählt somit zu einer ernstzunehmenden chronischen Erkrankung.

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