schilddrüse

Die Schilddrüse ist einer der wichtigsten Hormonproduzenten in unserem Körper. Wenn sie aus dem Gleichgewicht gerät kann das schnell Konsequenzen für den gesamten Hormonhaushalt haben. Mögliche Folgen sind nicht nur Über- oder Untergewicht sondern auch Kreislaufprobleme, Aggressionen, Angstzustände, Schlafstörungen und Erschöpfungszustände. Zum Glück gibt es neun einfache Wege Schilddrüsenerkrankungen vorzubeugen.

Was genau macht die Schilddrüse?

Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ gleich unter dem Kehlkopf. Dort produziert sie vor allem die Stoffwechselhormone Triiodthyronin (T3) und Tetraiodthyronin (T4). Beide sind extrem wichtig für die richtige Funktion des Energiestoffwechsels im menschlichen Körper und haben zudem noch komplizierte Wechselwirkungen mit andern Hormonen wie zum Beispiel Insulin, Glukagon und Adrenalin. Erkrankungen der Schilddrüse führen meist entweder zu einer Überfunktion oder einer Unterfunktion der Drüse, also dazu, dass entweder zu viel oder zu wenig T3 und T4 gebildet wird.

Die Schilddrüsenüberfunktion

Die Schilddrüsenüberfunktion wird medizinisch Hyperthyreose genannt. Sie führt zu gesteigerter Nervosität, Schweißausbrüchen, Herzrythmusstörungen und Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit und ständigem Hungergefühl. Auch rasche Ermüdung, Zittern und gesteigerte Aggressivität können auftreten. Ein weniger gefährliches aber unansehnliches Symptom einer Schilddrüsenüberfunktion ist die Bildung des sogenannten Kropfs, einer sichtbaren Vergrößerung der Drüse.

Die Schilddrüsenunterfunktion

Bei der Schilddrüsenunterfunktion, medizinisch Hypothyreose, kommt es zu einer Verlangsamung von Stoffwechselvorgängen. Dies führt zu einer allgemeinen Verringerung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit und einer Gewichtszunahme. Auch hier treten schnelle Erschöpfung und Müdigkeit auf. Außerdem kann es zu Depressionen, Apathie und Konzentrationsstörungen kommen. Bei Kindern führt eine Schilddrüsenunterfunktion zu schweren Entwicklungsstörungen ,wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

Was können wir also tun um unsere Schilddrüsen gesund zu erhalten?

  • Tipp 1: Meeresfrüchte
    Der wichtigste Baustein für die Arbeit der Schilddrüse ist Jod. Dieses findet sich in jodiertem Salz, Fisch und Meeresfrüchten. Da Jod im Körper gespeichert werden kann ist keine tägliche Einnahme notwendig. Allerdings kommt es in Mitteleuropa in der Natur nicht in ausreichendem Maß vor. Daher sollten Sie darauf achten, dass Ihr Salz auch wirklich jodiert ist und ein- bis zweimal pro Woche eine große Portion Fisch oder Muscheln essen.

 

  • Tipp 2: Jod aus dem eigenen Garten
    Auch wenn der heimische Boden nicht optimal für die Jodversorgung ist, können wir doch einige sehr gute Jodlieferanten selbst zuhause anbauen. So decken zum Beispiel 200 g Spinat, Brokkoli oder Feldsalat ein Fünftel des Tagesbedarfs der Schilddrüse an Jod. Sie sind übrigens auch bei den meisten Kindern deutlich weniger unbeliebt als uns der Volksglaube vormachen will. Wenn Sie es aber lieber weniger grün haben, sind auch Champignons, Kartoffeln, Karotten und Gemüsesäfte gute Jodquellen.

 

  • Tipp 3: Algen
    Algen sind für ihren besonders hohen Jodgehalt bekannt und werden daher gerne als Nahrungsergänzungsmittel zur Versorgung der Schilddrüse eingenommen. Achten Sie dabei jedoch auf die richtige Menge, denn mit Algen kann man Jod auch überdosieren, was die Drüse schädigt statt ihr zu nützen!

 

  • Tipp 4: Selen
    Ein weiteres wichtiges Spurenelement für die Funktion der Schilddrüse ist Selen. Praktischer Weise findet es sich ebenfalls in Meeresfrüchten. Aber auch Paranüsse, Sonnenblumenkerne, Eier, Rindfleisch, Haferflocken, Kleie, Vollkornprodukte, Steinpilze, weiße Bohnen und Kokosnüsse sind ausgezeichnete Selenlieferanten. Sollte das alles nicht reichen, kann man Selen auch als Nahrungsergänzungsmittel in der Drogerie bekommen.

 

  • Tipp 5: Atemübungen
    Wie auch viele andere Organe unseres Körpers, reagiert auch die Schilddrüse sehr empfindlich auf Stress. Schließlich ist sie ja auch indirekt an der Bildung des Adrenalins beteiligt. Eine einfache Übung zur Stressreduktion, die wenig Zeit beansprucht und fast überall durchgeführt werden kann, ist tiefes Durchatmen. Setzen Sie sich hin und legen Sie die Hände auf die Oberschenkel. Schließen sie die Augen und entsannen Sie bewusst Rücken, Nacken, Kiefer und Zunge. Atmen Sie in dieser Position ca. 20 Sekunden lang bewusst und tief durch die Nase ein und aus. Die beste Wirkung erzielen Sie wenn sie diese Übung vier- bis fünfmal am Tag machen.

 

  • Tipp 6: Yoga
    Auch viele andere meditative Übungen helfen Stress zu reduzieren. Machen Sie zum Beispiel einen Kurs in Pilates, Tai-Chi oder Yoga. Eine halbe Stunde täglich reicht aus um die Stresshormone in Ihrem Körper deutlich zu reduzieren und Ihrer Schilddrüse eine Erholungspause zu gönnen. Sollte Ihnen die Teilnahme an einem Kurs nicht möglich sein, gibt es auch gute Video Anleitungen im Internet oder Sie können einfach einmal mit der Kerze anfangen: Legen Sie sich mit den Armen an der Seite auf den Rücken und heben Sie Ihr Becken samt den ausgestreckten Beinen an bis die Beine senkrecht in die Luft zeigen. Stützen Sie den Rücken mit den Händen ab. – Ja, genau wie beim ‚Fahrradfahren‘ nur ohne das Strampeln. – Halten Sie diese Position für drei bis vier Minuten ein. Die Übung sollte dreimal am Tag ausgeführt werden um es auf die empfohlene halbe Stunde zu bringen.

 

  • Tipp 7: Acht Stunden Schlaf
    Auch wenn sich heutzutage viele Leute damit brüsten mit wie wenig Schlaf sie auskommen: Der menschliche Körper braucht acht Stunden Schlaf pro Nacht um sich wirklich ausreichend erholen zu können und auf die Dauer gesund zu bleiben. Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus und halten Sie dabei die acht Stunden ein. Das senkt Ihren Adrenalin- und Ihren Cortisolspiegel. Sie werden sich schon bald weniger gestresst fühlen und nicht nur Ihre Schilddrüse, sondern Ihr ganzer Körper wird es Ihnen danken.

 

  • Tipp 8: Selbstcheck vor dem Spiegel
    Sowohl bei der Überfunktion als auch bei der Unterfunktion der Schilddrüse kommt es zu einer Vergrößerung der Drüse selbst. Da die Drüse nahe an der Körperoberfläche liegt ist diese Vergrößerung schon sehr früh von außen sichtbar. Stellen Sie sich vor einen Spiegel, legen Sie den Kopf zurück und trinken Sie ausnahmsweise einmal direkt aus der Flasche. Behalten Sie dabei genau den Hals unterhalb Ihres Kehlkopfs im Auge. Sollte sich dort beim Schlucken eine Ausbuchtung zeigen, suchen Sie Ihren Arzt auf und bitten Sie ihn Ihre Schilddrüsenfunktion zu überprüfen.

 

  • Tipp 9: Halten Sie sich auf dem Laufenden
    Es ist immer gut sein Wissen von Zeit zu Zeit aufzufrischen, ganz besonders wenn es um für die Gesundheit wesentliche Themen wie die Schilddrüse und Schilddrüsenerkrankungen geht. Gesundheitsforen im Internet bieten immer wieder neue Erkenntnisse und Tipps zu dem Thema. Auf www.forum-schilddruese.de finden Sie zum Beispiel einen auf die Schilddrüse spezialisierten Arztfinder, Berichte über die neuesten medizinischen Erkenntnisse und Expertentipps und können auch eigene Fragen an Experten stellen.

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